Anna Gmeyner "Manja"(gekürzte Lesung, 12 CD, ca. 873 Min.)
Der Roman erzählt vom Leben in einer deutschen Stadt in den Jahren von
1920 bis 1934 am Beispiel der Geschicke von fünf Familien, die ganz
unterschiedliche gesellschaftliche Milieus repräsentieren. Im
Vordergrund die Kinder, sowohl des klassenbewussten, politisch
engagierten Arbeiters als auch des jüdischen Kriegs- und
Inflationsgewinnlers. Daneben die des liberalen, konfessionslosen
Intellektuellen Arztes, des faschistischen Kleinbürgers und schließlich
des verarmten ostjüdischen Einwanderers. In expressiver Bildlichkeit
führt Anna Gmeyner das kollektive Wegsehen der Deutschen vor der
alltäglichen Inhumanität vor Augen und dokumentiert in eindringlicher
Weise, wie die nationalsozialistische Gesellschaftspolitik auf die
Auflösung des Privaten, die Eliminierung individueller Refugien,
besonders auch auf den Zusammenbruch des Familienzusammenhalts zielte.
Iris Berben,
deren persönliches Anliegen seit vielen Jahren auch die Aussöhnung
zwischen Deutschen und Juden ist, beweist als Sprecherin unter der
Regie von Walter Adler einmal mehr ihre Vielseitigkeit. Die Geschichte
von Manja erzählt ein besonders eindrückliches Stück deutsch-jüdischer
Geschichte und erfährt durch diese „Starke Stimme“ die verdiente
Nachhaltigkeit.
„Der Roman ist
ein document humain von äusserster Eindrücklichkeit. Wer vom Menschen
her erkennen will, was 1933 bedeutet hat, darf Manja nicht auslassen.“
Hans Kühner, Jüdische Rundschau/Basel
ISBN 978-3-9523087-4-5