Michail Sostschenko
"Wie mit Gabeln aufs Wasser geschrieben"
(inszenierte, gekürzte Lesung, 5 CD, ca. 242 Minuten)
Die Diktatur schränkt einen Satiriker in seinem Wirken ein, einem guten
Satiriker ist sie aber auch Quell immer neuen Stoffes. Genau so lange,
bis es den Diktatoren zu viel wird. Michail Sostschenko,
der „Mann, der nie lachte“, war meistgelesener Autor seines Landes und
amüsierte mit seinen kurzen, scharfen, im Dialekt der Strasse
verfassten Geschichten über kleine Bürger im grossen „System“ tausende
Landesleute. – Bis zu seinem Ausschluss aus dem Schriftstellerverband
der Sowjetunion. Jetzt darf wieder gelacht werden, bis es im Halse
stecken bleibt, denn Sostschenkos Satire auf Mensch und Bürokratie ist
nach wie vor sehr aktuell.
Der Theaterschauspieler Boris Mattèrn
liest unter der Regie von Walter Adler. Die Jahreszeiten von
Tschaikowsky, am Klavier interpretiert von Boris Spasski, gibt es
zusätzlich auf einer Bonus-CD. Ausschnitte aus diesen Aufnahmen
begleiten den gelesenen Text.
Als Grund für
Sostschenkos Ausschluss aus dem russischen Schriftstellerverband wurde
in einem ZK-Beschluss von 1946 „Verleumdung der sowjetischen
Wirklichkeit“ angegeben. Keiner hat wohl die sowjetische Wirklichkeit
in den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts besser beschrieben
als Michail Sostschenko.
ISBN 978-3-9523087-1-4