"Alexanderplatz, teurer Alex, wie haben sie dir zugerichtet ... Die
Berolina haben sie dir geklaut, schön grün war's in der Mitte, jetzt
gibt's nur Bauzäune und Löcher", schrieb der Schriftsteller Alfred
Döblin 1929. Über Jahrzehnte bot der "Alex" immer das gleiche Bild von
einem Platz, der sich ständig erneuerte und an seine Zeit anpasste.
Schön war der "Alex" nie. Dennoch ist dieser Platz einmalig. Vielleicht
ist es sogar der Berliner Platz schlechthin; denn keiner ist so kantig
und voller rauem Charme wie dieser. Ein Platz mit "Berliner Schnauze"...
Diese
Platzgeschichte ist mehr als nur eine Darstellung über einige Tausend
Quadratmeter Stadtpflaster. Die Groß- und Weltstadtwerdung Berlins wird
hier genauso präsentiert wie die Geschichte der Industrialisierung und
die damit verbundenen sozialen Nöte. Das Buch erzählt auf verständliche
Weise von den Umbauten des Platzes wie auch von zwielichtigen
Gestalten, die sich hier herumtrieben. Außerdem beschreibt es, was in
den beiden verheerenden Weltkriegen passierte, und wie immer neue
Versuche unternommen wurden, aus dem "Alex" einen "Weltstadtplatz" zu
machen. Das war schon in den 1920er Jahren so, und auch die DDR
schickte sich hier an, mit sozialistischer Architektur machtvoll zu
beeindrucken. Nach 1989 sollte es erneut hoch hinaus gehen.
Dieses Buch ist die bebilderte Darstellung der faszinierenden Geschichte von einem der wichtigen Berliner "Erinnerungsorte".